25
Mai 2015

Auch nur ein Fotograf!

Steven Flash, auch nur ein Fotograf!

Steven Flash entsprach äußerlich nicht dem landläufigen Bild, das man sich vom Fotografen machte. Statt eines kreativen, intellektuellen und feinsinnigen Menschen erweckte er eher den Eindruck eines etwas in die Jahre gekommenen Waldschrates oder eines Holzfällers, der Fett angesetzt hatte. Innerlich entsprach er jedoch in vielem dem, was Insider von der Charakteristik der Fotografen zu berichten wussten.
Tu nie Gutes (in diesem Fall gute Fotos) ohne die ganze Welt daran teilhaben zu lassen. Finde dich selbst und deinen Beruf so wichtig, dass man anderen stundenlang davon erzählt (ignoriere das Gähnen deiner Gäste und erzähl weiter). Lobe dich in aller Ausführlichkeit und mache auf Deine Rolle als Nabel der Welt aufmerksam. Insoweit kann man Steven Flash in einen Sack mit seinen Berufskollegen stecken.
Eine der unangenehmsten Eigenschaften vieler Fotografen (je erfolgreicher desto schlimmer) ist, dass sie die Wärme im Ar... der Kunden und Agenturen lieben und aus dieser wohligen Position heraus ihre Assistenten und Models wie den letzten Dreck behandeln. Da unterschied sich Flash ein wenig.
Eigentlich war es bei ihm genau verkehrt herum, was ihn bei Assistenten und Models beliebt gemacht hatte, seinem geschäftlichen Erfolg aber ständig im Weg stand.
Mit diesen Gedanken schaute Steven Flash reumütig seine Mappe an; z.B. der Hersteller von Gartenmöbel mit dem er sich bei einer Fotoaktion in der Toskana überworfen hatte, tolle Bilder, aber der Kunde war weg! Flash gelobte sich selbst Besserung, aber die Halbwertszeit seiner Vorsätze war identisch mit der Lebensdauer einer Eintagsfliege. Aber immerhin, er hatte den Vorsatz! Zufrieden mit sich selbst und seinen Vorsätzen stieg Flash auf sein Motorrad und fuhr dem Sonnenuntergang entgegen!
"Yeah!"

von Steven Flash

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